100 Unternehmer verabschieden Heppendorfer Erklärung

100 Unternehmer verabschieden Heppendorfer Erklärung

Auftakt zu IARES - Industrieallianz für REGIONALE ENERGIESICHERHEIT

Am Montag, 1. Juli 2019 im Forum Heppendorf
Um die Energie- und Produktionssicherheit nach dem Atom- und Kohleausstieg sorgen sich heimische Unternehmer. Sie haben mit Hilfe des Bundesverbands zum Schutz Kritischer Infrastrukturen (BSKI e.V.) und der Unterstützung von drei Industrie- und Handelskammern (Aachen, Köln, Mittlerer Niederrhein) am 1. Juli eine Industrieallianz gegründet. Darin setzen sich die Unternehmer unter anderem für ein Energiesicherheits-Monitoring ein. Zu klären seien nicht zuletzt folgende Fragen: Ist die elektrische Leistung für Industrieunternehmen gesichert, wenn die konventionellen Kraftwerke nach und nach vom Netz gehen? Wie lassen sich Produktionsausfälle und Schäden an Anlagen ausschließen? Wie können und müssen sich Unternehmen für diese Zeit rüsten?
Rund 100 Unternehmerinnen und Unternehmer folgten dem gemeinsamen Aufruf des BSKI und der drei Industrie- und Handelskammern. Sie gründeten bei der Auftaktveranstaltung im Forum Heppendorf in Elsdorf die „Industrieallianz für REGIONALE ENERGIESICHERHEIT (IARES)“. Die Allianz ist ein privatwirt-schaftlich getragenes und parteipolitisch unabhängiges Bündnis und bietet Unternehmen aus Industrie und Kritischer Infrastrukturen eine Dialog- und Informationsplattform.
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Nach angeregter Diskussion verabschiedeten die Teilnehmer gemeinsam die „Heppendorfer Erklärung“. Sie fordern, Klimaschutz mit Energiesicherheit zu verbinden. Man wolle die Energiewende aktiv gestalten und helfen, dass sie zu einem Erfolg werde. Dazu müsse die Produktionskontinuität auch während und nach dem Kohle- und Atomausstieg gewährleistet sein. Zentrale Forderungen der Erklärung sind ein Ener-giesicherheits-Monitoring, um Transparenz und Objektivität im öffentlichen Diskurs zu fördern und daraus innovative Lösungen für ein nachhaltiges Energiesystem zu initiieren. Die Industrieunternehmen bieten die Expertise ihrer Ingenieurinnen und Ingenieure an und hoffen dafür auf Unterstützung der Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft.
Holger Berens, Vorstandsvorsitzender des BSKI, stellte fest: „Das Thema Energiesicherheit treibt alle Un-ternehmen um.“ Es sei wichtig, gemeinsam nach guten Lösungen zu suchen.

Programm

Begrüßung:

Holger Berens, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes
für den Schutz Kritischer Infrastrukturen (BSKI e.V.)

Strukturwandel: Nicht warten, sondern handeln!

Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln

Impuls: „Es ist 5 vor 12!“ - Risiken der Energiewende

Dr. Jörg Lichter, Head of Research des Handelsblatt
Research Institutes

Diskussionsrunde: Energie – mit Sicherheit

Praxisbeiträge aus der Unternehmerschaft

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Stromversorgung quo vadis?

Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen

Appelle der Industrie und KRITIS-Betreiber: Wir machen mit - wir sind dabei!

Beschleunigter Kohleausstieg – Was jetzt angepackt werden muss

Dr. Ron Brinitzer, Geschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein

Schlusswort mit dem Startschuss für IARES

Dr. Hans-Walter Borries, stellv. Vorsitzender des Bundesverbandes
für den Schutz Kritischer Infrastrukturen (BSKI e.V.)

Austausch mit Imbiss

Moderation:

Ralf Jüngermann
Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, bei seinem Kurzvortrag
Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, ergänzte in seinem Kurzvortrag: „Unsere Industrie ist das Rückgrat unserer Wirtschaftsregion und gleichzeitig wesentlicher Teil der Energiewende. Wir müssen den Kohleausstieg so managen, dass sie leistungs- und wettbewerbsfähig bleibt. Dann bieten sich neue Chancen.“
Dr. Ron Brinitzer, Geschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, sagte: " Kostengünstige Energie und ein hohes Niveau der Versorgungssicherheit sind für die vielen energieintensiven Unternehmen im Rheini-schen Revier elementar. Vor diesem Hintergrund ist es nun notwendig, grundsätzliche energiepolitische Weichenstellungen vorzunehmen, um auch zukünftig eine sichere Energieversorgung zu international wettbewerbsfähigen Preisen sicherzustellen. Nordrhein-Westfalen kann mit seinen Stärken und seiner industriegeprägten Verbrauchsstruktur zum Erfolg der Energiewende beitragen."
Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, sagte in seinem Impulsvortrag: "Der Strukturwandel im Rheinischen Revier kann zu einer Erfolgsgeschichte werden. Natürlich ist das eine große Aufgabe, aber das Potenzial dafür liegt in den Unternehmen.“ Dass die Unternehmer nicht abwarten, sondern selbst handeln, sei ein wichtiges Signal für einen erfolgreichen Strukturwandel.
Dr. Hans-Walter Borries, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BSKI e.V., betonte: „Deutschland als hochtechnisiertes Industrieland und seine Unternehmen benötigen eine langfristige und volkswirtschaft-lich vertretbare und bezahlbare Energiesicherheit. Er forderte, bei einem frühen „Nichteinhalten von Zie-len wie zum Beispiel bei mangelndem Netzausbau, Maßnahmen und Kosten neu zu bewerten.
Neben der IHK Aachen, der IHK Köln und der IHK Mittlerer Niederrhein unterstützten der Versicherer HDI Global sowie das Handelsblatt Research Institute die Auftaktveranstaltung.